Händedesinfektion

So lässt sich die Compliance in der Händehygiene verbessern

03.03.2020

Nosokomiale Infektionen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nehmen weltweit zu. Die wichtigste Maßnahme dagegen ist eine konsequente Händedesinfektion – allerdings hat diese leider häufig eine mangelhafte Compliance. Das lässt sich ändern.

Etwa ein Drittel aller nosokomialen Infektionen ließe sich vermeiden, wenn die bestehenden Empfehlungen zur Händehygiene besser umgesetzt würden. Doch obwohl ärztliches und pflegerisches Personal um die große Bedeutung der Händedesinfektion wissen, ist die Compliance oftmals unzureichend. So zeigen Studien, dass nur jede zweite notwendige Händedesinfektion in der Praxis tatsächlich auch durchgeführt wird1. Die Förderung der Compliance bei der Händehygiene ist somit eine der größten Hygiene-Herausforderungen, die Gesundheitseinrichtungen zu bewältigen haben.

Der Compliance steht so manches im Weg

Die Barrieren, die dem Befolgen der Händehygieneregeln entgegenstehen, sind sehr vielfältig. Zu den organisatorischen und psychologischen Faktoren, welche die Compliance negativ beeinflussen, gehören laut RKI unter anderem die eingeschränkte Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmittelspendern, fehlende Vorbildfunktion z. B. des ärztlichen Personals, häufige Unterbrechungen in den Arbeitsabläufen, hohes Arbeitsaufkommen sowie subjektive Wahrnehmung von Infektionsrisiken für die Patienten und das Personal2. Eine zentrale Compliance-Hürde ist die verbreitete Unsicherheit und der unterschiedliche Wissensstand darüber, wann welche Hygienemaßnahmen am Patienten erforderlich sind. Weltweit besteht unter Hygieneexperten Konsens, dass Strategien zur Verbesserung der Händehygiene diesen unterschiedlichen Compliance-Hürden Rechnung tragen müssen. Aussicht auf Erfolg bieten nach heutigem Kenntnisstand multimodale Händehygiene-Programme, die auf vielen verschiedenen Ebenen Lösungsansätze bieten3, 4.

Multimodale Händehygiene-Programme zur Compliance-Steigerung

Diese Programme konzentrieren sich auf folgende Schwerpunkte2:

  • Implementierung der hochalkoholischen Händedesinfektion als Goldstandard im Hinblick auf Wirksamkeit und Hautverträglichkeit
  • Sicherung der Verfügbarkeit von Hände-Desinfektionsmitteln am Point of Care bzw. in allen infektionsrelevanten Situationen
  • Klare Handlungsempfehlungen zum Wann (5-Momente-Modell) und Wie (Vermeidung von Benetzungslücken) der Händedesinfektion
  • Vorbildfunktion und Unterstützung der Klinikleitung
  • Schulungen und Trainings, als ein effizientes Instrument zur Steigerung der Händedesinfektion
  • Beobachtung und Rückmeldung des Händehygieneverhaltens

Wie erfolgreich diese multimodalen Programme die Händehygiene-Compliance steigern, zeigen allein 20 Studien, die im Rahmen eines Reviews unter die Lupe genommen wurden5. Die Interventionen müssen jedoch nachhaltige Wirksamkeit entfalten, ansonsten sinken die Compliance-Raten wieder6. Das Evolutionskonzept zur Händehygiene von HARTMANN stellt hier einen neuen Ansatz dar7. Es kombiniert wissenschaftlich belegte Maßnahmenbündel mit einer kontinuierlichen fachlichen Vor-Ort-Begleitung. Dabei werden die Kliniken und Abteilungen bei ihrem individuellen Händehygiene-Status abgeholt und Schritt für Schritt in der Verbesserung der Händehygiene-Compliance unterstützt. Der individuelle Ansatz, neue Technologien sowie die kontinuierliche Betreuung fördern einen nachhaltigen Compliance-Effekt.

Gute Hautverträglichkeit für bessere Anwenderakzeptanz

Die gute Hautverträglichkeit eines Hände-Desinfektionsmittels erhöht die Compliance ebenso – laut Studien ist sie eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Händedesinfektion überhaupt durchgeführt wird. Hautverträgliche Einreibepräparate werden von den Mitarbeitern besser akzeptiert und daher auch zuverlässiger verwendet. Je positiver die implizite Einstellung von Pflegenden und Ärzten zur Händehygiene ist, desto häufiger desinfizieren diese sich die Hände8.

Umfassendes Portfolio für bessere Händehygiene

Die hautverträglichen, leistungsstarken Hände-Desinfektionsmittel der Sterillium®-Sortiments erfüllen alle Ansprüche an einen umfassenden Infektionsschutz. Angefangen beim Klassiker Sterillium®, mit seinem speziellem Hautpflegekomplex und einer in über 50 Jahren bewährten Langzeitverträglichkeit, über die farbstoff- und parfümfreie Variante Sterillium® classic pure bis zu den ethanolischen Produkten Sterillium® med und Sterillium® Virugard, dem ersten für den Bereich B (Viren) vom RKI gelisteten Hände-Desinfektionsmittel.

Eine Studie anlässlich des 50. Geburtstags von Sterillium® zeigt, dass gut formulierte Hände-Desinfektionsmittel nicht nur hautverträglich sind, sondern darüber hinaus auch über hautpflegende Eigenschaften verfügen. So erhöht Sterillium® classic pure die Hautfeuchtigkeit bereits nach einer Woche um ca. durchschnittlich 30 % und trägt damit zu mehr Hautgesundheit bei9. Die Studienteilnehmerinnen selbst gaben an, dass sich ihre Haut insgesamt besser anfühlte, als vor der Verwendung des Hände-Desinfektionsmittels. Die Belastungen, denen die Hände in Gesundheitsberufen ausgesetzt sind, gleichen die Handpflege-, Hautschutz- und Handreinigungs-Produkte der Baktolan®- und Baktolin®-Serie aus – mit je nach Hautzustand unterschiedlich gewichteten hochwertigen Inhaltsstoffen und Rezepturen. Zusammen mit den Untersuchungs- und Schutzhandschuhen der Peha-soft®- und Peha-taft®-Range, steht ein komplettes Hände-Hygiene-System zur Verfügung, das alle Anwendungsbereiche der Händehygiene abdeckt. Die Bestandteile sind umfassend wissenschaftlich begutachtet – für eine Reihe ausgewählter Produkte wurden Kompatibilitätsgutachten durchgeführt.

Mehr zum Evolutionskonzept zur Händehygiene und wie Kliniken daran teilnehmen können lesen Sie hier.


Pflichttexte:

Sterillium®
Sterillium® med
Sterillium® classic pure
Sterillium® Virugard

Literaturempfehlungen zur Infektionsprävention und Händehygiene:

Schwadtke et al., 2014, Deutsche Medizinische Wochenschrift, Vol: 139

Day, C. Engaging the Nursing Workforce, Nursing Administration Quarterly, July/September 2009, Vol. 33, No. 3

Cure, L., Van Enk, R.: Effect of hand sanitizer location on hand hygiene compliance. American Journal of Infection Control, 2015, Vol. 43: 917-921

Rodriguez, V. et al. A multimodal intervention to improve hand hygiene in ICUs in Buenos Aires, Argentina: a stepped wedge trial. International Journal for Quality in Health Care, 2015, 27(5): 405-411

Luangasanatip, N. et al. BMJ. 2015; 351:h3728. Doi: 10.1136/bmj.h3728

Kirkland, K. B. et al., 2012, BMJ Qual Saf 2012; 21: 1019 – 1026

Kampf G et al., GMS Hygiene and Infection Control 2013; 8(2):DOC18

Pittet, D. et al., Lancet, 2000, 356: 1307-1312

Son C. et al., American Journal of Infection Control. 2011; 39(9):716-24



Quellen:
1 Pittet et al. Effectiveness of a hospital-wide programme to improve compliance with hand hygiene. Lancet, 2000, 356: 1307-1312
2 Robert Koch-Institut. Die hygienische Händedesinfektion – ein Beitrag zum Internationalen Tag der Händehygiene am 5.5. Epidemiologisches Bulletin Nr. 17., 29. April 2013.
3 World Health Organization (2005): Safe lives. Clean your hands.Guide to Implementation. A Guide to the Implementation of the WHO Multimodal Hand Hygiene Improvement Strategy.
4 Empfehlung des Arbeitskreises Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF. Händedesinfektion und Händehygiene – AWMF-Register Nr. 029/027, S1-Leitlinie. In: HygMed 2015; 40 - 9 Seite 369ff
5 Zingg et al. Hospital organisation, management, and structure for prevention of health-care-associated infection: a systematic review and expert consensus. Lancet Infect Dis. 2015 Feb;15(2):212-224.
6 Schwadtke L. et al. Hygienische Händedesinfektion – Leitlinien-Compliance auf Intensivstationen eines Universitätsklinikums mit chirurgischem Schwerpunkt. DtschMedWochenschr 2014; 1390: 1341–1345.
7 Evolutionskonzept zur Händehygiene: auf www.hartmann.info
8 Keller, J. (10.07.2015). Die Schere zwischen Wissen und Handeln – was Einstellungen bewirken. Vortrag gehalten auf dem Mittags-Symposium „Gesunde Haut – Besserer Infektionsschutz“ der Paul Hartmann AG / Bode Chemie am 10.07.2015 in Berlin.
9 Evaluating the effect of a hand sanitizer using an exaggerated handwash method. 2014. RCTS‘ Study No. 3295.

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