Erregerbezogene Hygienemaßnahmen

Hygienemaßnahmen bei Candida auris

04.04.2022

Der häufig multiresistente Hefepilz Candida auris ist erst seit 2009 bekannt – stellt Hygiene-Experten jedoch weltweit vor Herausforderungen. Der Erreger kann schwer therapierbare Infektionen auslösen, wobei kranke und immunsupprimierte Patienten besonders gefährdet sind. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centersfor Disease Control and Prevention) warnt ausdrücklich vor dem Hefepilz, denn er ist nicht nur häufig resistent gegen viele gängige Antimykotika (z. B. Fluconazol), sondern mit Standard-Labormethoden auch schwer identifizierbar [1]. Bisherige Daten legen nahe, dass sich C. auris nosokomial in Mustern ausbreiten kann, die denen von Methicillin-resistem Staphylococcus aureus (MRSA) ähneln [2]. Um Übertragungen und Ausbrüche zu vermeiden, sind neben der korrekten Bestimmung auch gezielte Hygienemaßnahmen von zentraler Bedeutung.


Symptome und Krankheitsbilder

C. auris kann Ohr-, Wund- und Harnwegsinfektionen auslösen. Gelangt der Hefepilz in die Blutbahn können teilweise lebensgefährlich verlaufende Blutstrominfektionen auftreten.


Übertragungsweg: Kontaktinfektion

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen oder Gegenständen. Eine besondere Rolle spielen dabei Medizinprodukte, Gegenstände und Flächen in der direkten Patientenumgebung. C. auris ist ein besonders widerstandsfähiger Hefepilz: Auf unbelebten Flächen kann das Pathogen bis zu sieben Tagen überleben – möglicherweise sogar noch länger.

Maßnahmen zur Infektionsprävention bei C. auris [3]

  • Kontaktisolation

    Patienten mit C. auris sollten isoliert werden, um die Verbreitung des Pilzes einzudämmen. Wenn möglich, sollte die Anzahl der Mitarbeiter mit Kontakt zu den isolierten Patienten größtmöglich reduziert werden.

  • Händehygiene bei C. auris

    Der hygienischen Händedesinfektion sollte bei der Pflege von Patienten mit C. auris besondere Aufmerksamkeit zukommen. Als Indikation gelten die
    5 Momente der Händehygiene:

    • VOR Kontakt mit / zu Patienten bzw. Bewohnern
    • VOR aseptischen Tätigkeiten
    • NACH Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien
    • NACH Kontakt mit / zu Patienten bzw. Bewohnern
    • NACH Kontakt mit der direkten Umgebung des Patienten bzw. Bewohners

    Im Rahmen der Kontaktisolation sollten Mitarbeiter außerdem Handschuhe anlegen. Dabei ist das Berühren von Oberflächen außerhalb der unmittelbaren Patientenumgebung mit Handschuhen zu vermeiden. Achtung: Handschuhe ersetzen nicht die Händedesinfektion. Vor dem An- und nach dem Ablegen der Handschuhe ist daher eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

  • Flächendesinfektion bei C. auris [3,4]

    C. auris
    ist sehr widerstandsfähig und kann auf Oberflächen mehrere Tage überleben.
    Zur effektiven Desinfektion ist ein levurozides Wirkungsspektrum entsprechend der Risikobewertung ausreichend. Für die effektive Flächenhygiene bei C. auris ist die Routine- sowie nach Risikobewertung eine Schlussdesinfektion empfohlen.



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Quellen:

1.
. CDC Centers for Disease Control and Prevention: Candida auris. (zuletzt geprüft am 08.10.2021).

2. Epidemiologisches Bulletin Nr. 36. Robert Koch Institut, September 2017.
3. Assadian O et al (2021) Practical recommendations for routine cleaning and disinfection procedures in healthcare institutions: a narrative review. J Hosp Infect 113:104-114.

4.CDC Centers for Disease Control and Prevention:
Recommendations for Infection Control for Candida auris..(zuletzt geprüft am 08.10.2021).

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