Flächenreinigung

Klinisch relevante Erreger
in Gesundheitseinrichtungen

Welche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sind erforderlich?
19.04.2022
Etwa 3,8 Millionen Menschen erkranken europaweit jährlich während eines Krankenhausaufenthalts an einer nosokomialen Infektion [1]. Zwar geht ein Großteil dieser Infektionen auf endogene Ursachen wie die körpereigene mikrobielle Flora zurück, doch bis zu 20% werden exogen – also durch von außen stammende Pathogene – verursacht [2]. Setzte man bis vor einem halben Jahrhundert im Kampf gegen nosokomiale Infektionen noch beinahe ausschließlich auf Händehygiene, weiß man heute, dass multimodale Ansätze zur Krankenhaushygiene erforderlich sind. Studien zeigten, dass zahlreiche klinisch relevante Erreger nicht nur Tage, sondern teils etliche Monate auf (insbesondere häufig berührten) Oberflächenüberdauern können und dieser Übertragungsweg erheblich zu nosokomialen Infektionen beiträgt [3–5]. So können bei mangelhafter Schlussdesinfektion sogar Patient/innen mit Keimen besiedelt oder infiziert werden, die von vorherigen Erkrankten hinterlassen wurden [6, 7].


Doch wie sollten Gesundheitseinrichtungen vorgehen, um diese Übertragungen zu minimieren? Die 2021 von Professor Ojan Assadian et al. veröffentlichten Praxisempfehlungen zur routinemäßigen Reinigung und Desinfektion in Gesundheitseinrichtungen[8] gehen schwerpunktmäßig zwar auf Reinigungsverfahren ohne konkreten Keimverdacht ein, enthalten jedoch auch eine praktische Übersicht zum Management verschiedener klinisch relevanter Erreger.

In den folgenden Tabellen erfahren Sie am Beispiel häufig in Gesundheitseinrichtungen auftretender Bakterien, Pilze und Viren, welche Wirksamkeit gegen diese erforderlich ist und welche Produkte sich zur Flächendesinfektion eignen.

Quellen:

1.Suetens C etal. (2018) Prevalence of healthcare-associated infections, estimatedincidence and composite antimicrobial resistance index in acute care hospitalsand long-term care facilities: results from two European point prevalencesurveys, 2016 to 2017. Euro Surveill 23: 1800516.

2.GastmeierP (2020) From “one size fits all” to personalized infection prevention. J HospInfect 104: 256–260.

3.Kramer A etal. (2006) How long do nosocomial pathogens persist on inanimate surfaces?A systematic review. BMC Infect Dis 6: 130.

4.Rutala W etal. (2018) Enhanced disinfection leads to reduction of microbialcontamination and a decrease in patient colonization and infection. Infect Control Hosp Epidemio 39: 1118–1121.

5.Otter J etal. (2011) The role played by contaminated surfaces in the transmission ofnosocomial pathogens. Infect Control Hosp Epidemiol 32: 687–699.

6.Wu Y etal. (2019) Exposure to infected/colonized roommates and prior roomoccupants increases the risks of healthcare-associated infections with the sameorganism. J Hosp Infect 101: 231–239.

7.Mitchell Bet al. (2015) Risk of organism acquisition from prior room occupants: asystematic review and meta-analysis. J Hosp Infect 91: 211–217.

8.Assadian Oet al. (2021) Practical recommendations for routine cleaning and disinfectionprocedures in healthcare institutions: a narrative review. J Hosp Infect 113: 104–114.

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