von Cheng et al. 2015
veröffentlicht in J Hosp Infect 90(3):220-5
DOI 10.1016/j.jhin.2014.12.024

Hand-touch contact assessment of high-touch and mutual-touch surfaces among healthcare workers, patients, and visitors

Unbelebte Oberflächen, insbesondere Oberflächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt, tragen erheblich zur Übertragung von Krankheitserregern bei

Die Beobachtungsstudie wurde über einen Zeitraum von 33 Tagen in drei Krankenhäusern mit jeweils 30 Betten durchgeführt. Zwei auf Infektionskontrolle spezialisierte Krankenschwestern beobachteten täglich eine Stunde lang, welche Oberflächen in einem Sechs-Bett-Patientenzimmer von Pflegepersonal, Patienten und Besuchern wie oft berührt wurden. Anschließend ermittelten die Autoren zehn Gegenstände, die am häufigsten berührt wurden, sowie die Flächen, die von allen Gruppen gemeinsam berührt wurden. Insgesamt wurden 6 144 Handkontakte beobachtet. In einem Sechs-Bett-Zimmer wurden durchschnittlich 93,1 Berührungen unterschiedlicher Oberflächen pro Stunde gezählt. Bettgitter wurden von allen beobachteten Personengruppen am häufigsten berührt (899 Handkontakte; 14,6 %; durchschnittlich 13,6 Kontakte pro Stunde), gefolgt von Nachttischen (812 Handkontakte; 13,2 %; durchschnittlich 12,4 Kontakte pro Stunde). Patienten, Besucher und Personal berührten gemeinsam insgesamt fünfzehn verschiedene Oberflächen. Acht davon gehörten zu den zehn am häufigsten berührten Gegenständen. Die Autoren empfehlen, häufig berührte patientennahe Flächen in der Oberflächen- und Händehygieneschulung stärker zu berücksichtigen, da diese Flächen ein besonderes Risiko der Erregerübertragung bergen, da sie von allen beobachteten Personengruppen wechselseitig und häufig berührt werden. Darüber hinaus raten Cheng et al. dazu, Patienten und Besucher verstärkt in Maßnahmen zur Infektionskontrolle einzubeziehen. Sie sollten zum Beispiel auf die Händehygiene vor der Einnahme von Medikamenten oder vor dem Essen hingewiesen werden.