Glossar

Schleimhautantiseptik

Weitestgehende Reduktion der physiologischen mikrobiellen Schleimhautflora einschließlich der Besiedlung mit Infektionserregern.

Eine Schleimhautantiseptik wird vorwiegend durchgeführt:

  • vor dem Legen eines Harnwegkatheters
  • zur Mundhygiene
  • vor operativen Eingriffen (Gynäkologie, Urologie)

An Produkte zur Schleimhautantiseptik werden besondere Anforderungen gestellt, da Schleimhäute sehr empfindlich und aufnahmebereit für toxische Substanzen sind. Die Präparate müssen daher sehr verträglich sein, dürfen das Schleimhautgewebe nicht beschädigen und keine Allergien auslösen.
Bedingt durch diese Anforderungen verfügen Schleimhaut-Antiseptika nur über ein begrenztes Wirkungsspektrum. Sie reduzieren zwar die Anzahl von Mikroorganismen, eliminieren sie aber nicht vollständig. Korrekt durchgeführt und gemeinsam mit anderen Maßnahmen zur Antiseptik (Händedesinfektion), erreicht die Schleimhautantiseptik ihre infektionsprophylaktische Aufgabe.
Zum Einsatz gelangen meist die Wirkstoffe PVP-Iod und Octenidin. Schleimhautantiseptika gelten in Deutschland als Arzneimittel.

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