Die 5 Momente der Flächenhygiene

Hantaviren sind eine Gruppe behüllter RNA-Viren, die weltweit vorkommen und denen verschiedene Mäuse- und Rattenarten als Reservoir dienen. Je nach geografischer Region sind unterschiedliche Hantavirus-Spezies für den Menschen relevant. In Deutschland sind dies vor allem das Puumala-Virus (PUUV), das hauptsächlich im Süden und Westen vorkommt, sowie das Dobrava-Belgrad-Virus (DOBV), das im Osten und Norden des Landes auftritt. Zu den weiteren wichtigen Virustypen zählen u. a. das Sin-Nombre-Virus (SNV) mit Verbreitung in Nordamerika und das Andes-Virus (ANDV) in Südamerika [1]. Letzteres erhält aufgrund des aktuellen Ausbruchsgeschehens in Verbindung mit dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ derzeit viel mediale Aufmerksamkeit.
Die Inkubationszeit bei Hantaviren beträgt meist zwei bis vier Wochen (in Einzelfällen fünf bis 60 Tage). Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch oder grippeähnlich, weshalb eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Je nach Virustyp können zwei schwere Verlaufsformen auftreten [1]:
Das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) wird durch asiatische und europäische Stämme verursacht. Es zeichnet sich meist durch einen akuten Beginn mit Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Schwindelgefühl, Benommenheit und Sehstörungen aus und führt im weiteren Verlauf häufig zu einem akuten Nierenversagen. In Deutschland verursachen das Puumala-Virus und das Dobrava-Belgrad-Virus Typ Kurkino meist milde Verläufe. Die Letalität beim Puumala-Virus beträgt unter 0,1 %. Beim Dobrava-Belgrad-Virus Kurkino liegt sie bei 0,3–0,9 % und ist damit ebenfalls sehr niedrig; andere DOBV-Varianten im Balkan oder in Russland können jedoch eine Sterblichkeit von 10–15 % mit sich bringen [1].
Das Hantavirus-induzierte pulmonale Syndrom (HPS/HCPS) wird durch amerikanische Hantavirus-Stämme ausgelöst und geht u. a. mit plötzlichem Fieber, Übelkeit bzw. Erbrechen, Myalgie, Schwäche und Schwindel einher. Später kommen ggf. Husten, Atemnot, Lungenödem und akutes respiratorisches Distress-Syndrom (ARDS) hinzu. Die Letalität bei Erkrankungen durch diese Stämme ist deutlich höher und wird meist auf 25–40 % geschätzt [1].
Da es keine ursächliche Behandlung gegen die Erkrankung gibt, werden mit Hantavirus infizierte Personen in erster Linie symptomatisch behandelt. Nach einer überstandenen Hantavirus-Infektion besteht in der Regel eine langanhaltende, vermutlich lebenslang Immunität gegenüber dem jeweiligen Virustyp. In Deutschland und den meisten anderen Ländern steht derzeit keine zugelassene Impfung gegen Hantaviren zur Verfügung. [1].
Da die Symptome einer Hantavirus-Infektion unspezifisch sind und auch bei anderen Infektionskrankheiten wie COVID-19, Influenza oder Leptospirose auftreten können, ist eine sorgfältige Anamnese unter Berücksichtigung einer möglichen Exposition gegenüber Hantaviren unabdingbar. Die endgültige Diagnose kann nur mit labordiagnostischer Bestätigung gestellt werden [1, 5].
Infizierte Nagetiere scheiden Hantaviren über Speichel, Urin und Kot aus. Die Erreger bleiben in den Ausscheidungen selbst nach dem Austrocknen über mehrere Tage hinweg ansteckend. Menschen können sich auf verschiedene Weise anstecken: durch das Einatmen von virusbelasteter Luft (z. B. durch aufgewirbelten Staub), durch Hautverletzungen, die mit verunreinigtem Staub oder Erde in Berührung kommen, oder durch Bisse. Zudem ist eine Infektion über Lebensmittel möglich, die mit den Ausscheidungen infizierter Tiere in Kontakt gekommen sind [1]. Ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung besteht bei Aktivitäten, bei denen Menschen mit Nagetieren in Kontakt kommen – z. B. beim Reinigen von Mäusen befallener Keller sowie bei land- oder forstwirtschaftlichen Arbeiten. Die (extrem seltene) Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nur für das Andes-Virus belegt und erfolgt nur nach engem und längerem Kontakt, vor allem in der frühen Phase der Erkrankung, wenn die Viruslast besonders hoch ist [5]. Eine Übertragung europäischer oder asiatischer Hantaviren von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht beobachtet [1]; eine Isolation infizierter Personen ist bei diesen Virustypen daher nicht nötig.
Die ersten infizierten Reisegäste an Bord der „Hondius“ erkrankten im April 2026. Nachdem mehrere Reisende auf der tropischen Insel Sankt Helena (UK) von Bord gegangen waren, wurden die Krankheitsfälle Anfang Mai mit dem Andes-Virus in Zusammenhang gebracht, bei dem im Gegensatz zu anderen Hantaviren eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bei sehr engem Kontakt nicht ausgeschlossen ist [2]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde benachrichtigt und überwacht seitdem die internationale Nachverfolgung der Reisegäste, die mittlerweile alle an Land gebracht wurden. Nach Angaben der WHO hat sich die Lage inzwischen stabilisiert (Stand: 22. Mai 2026) [3]. Bis zum 24. Mai 2026 gab es laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) 10 bestätigte und zwei wahrscheinliche Infektionsfälle, einschließlich dreier Todesfälle [4]. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa durch das für diesen Ausbruch verantwortliche Hantavirus wird vom ECDC als sehr gering eingestuft, da sich das Andes-Virus weniger leicht ausbreitet als beispielsweise SARS-CoV-2 und der natürliche Nagetierwirt des Andes-Virus – die Reisratte [1] – in Europa nicht heimisch ist [4]. Es gibt zudem keinerlei Hinweise darauf, dass das Andes-Virus mutiert sein könnte [4].
Der beste Schutz vor Infektionen besteht darin, den Kontakt mit Nagetierausscheidungen – in Deutschland vor allem von Rötel- und Brandmäusen – zu vermeiden. In der Nähe von Wohnbereichen sollten Nagetiere bekämpft und Hygieneregeln beachtet werden. Staubentwicklung lässt sich oft durch Befeuchten vermeiden; andernfalls senken Atemschutz und Handschuhe das Infektionsrisiko. Nagetierkadaver und Exkremente sollten vor der Entsorgung mit einem Reinigungsmittel benetzt werden [1]. Zur Desinfektion sollten Produkte mit nachgewiesener begrenzt viruzider Wirksamkeit eingesetzt werden, da Hantaviren als behüllte Viren gegenüber diesen Präparaten empfindlich sind. Geeignete Produkte sind Sterillium® bzw. Sterillium® classic pure zur Händedesinfektion sowie Sterillium® surface spray zur Flächendesinfektion.
Desinfektionsmittel vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Sterillium, Lösung zur Anwendung auf der Haut: Wirkstoffe: Propan-2-ol, Propan-1-ol, Mecetroniumetilsulfat. Zusammensetzung: 100 g Lösung enthalten: Wirkstoffe: Propan-2-ol 45,0 g, Propan-1-ol 30,0 g, Mecetroniumetilsulfat 0,2 g. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85%, Tetradecan-1-ol, Patentblau V 85%, Gereinigtes Wasser, Benzylalkohol, Citral, Citronellol, Coumarin, Eugenol, Farnesol, Geraniol, Hydroxycitronellal, Limonene und Linalool. Anwendungsgebiete: Zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion. Zur Hautdesinfektion vor Injektionen und Punktionen. Gegenanzeigen: Für die Desinfektion von Schleimhäuten nicht geeignet. Nicht in unmittelbarer Nähe der Augen oder offener Wunden anwenden. Überempfindlichkeit (Allergie) gegen einen der Wirkstoffe oder der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Gelegentlich kann eine leichte Trockenheit oder Reizung der Haut auftreten. In solchen Fällen wird empfohlen, die allgemeine Hautpflege zu intensivieren. Allergische Reaktionen sind selten. Dieses Arzneimittel enthält einen Duftstoff mit Benzylalkohol, Citral, Citronellol, Coumarin, Eugenol, Farnesol, Geraniol, Hydroxycitronellal, Limonene und Linalool. Duftstoffe können allergische Reaktionen hervorrufen. Benzylalkohol kann leichte Reizungen hervorrufen. Warnhinweise: Enthält einen Duftstoff mit Benzylalkohol, Citral, Citronellol, Coumarin, Eugenol, Farnesol, Geraniol, Hydroxycitronellal, Limonene und Linalool. Pharmazeutischer Unternehmer: BODE Chemie GmbH, Melanchthonstraße 27, 22525 Hamburg.
(Stand: 03/2021)
Sterillium classic pure, Lösung zur Anwendung auf der Haut: Wirkstoffe: Propan-2-ol, Propan-1-ol, Mecetroniumetilsulfat. Zusammensetzung: 100 g Lösung enthalten: Wirkstoffe: Propan-2-ol 45,0 g, Propan-1-ol 30,0 g, Mecetroniumetilsulfat 0,2 g. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85 %, Tetradecan-1-ol, Gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion. Zur Hautdesinfektion vor Injektionen und Punktionen. Gegenanzeigen: Für die Desinfektion von Schleimhäuten nicht geeignet. Nicht in unmittelbarer Nähe der Augen oder offener Wunden anwenden. Überempfindlichkeit (Allergie) gegen einen der Wirkstoffe oder der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Gelegentlich kann eine leichte Trockenheit oder Reizung der Haut auftreten. In solchen Fällen wird empfohlen, die allgemeine Hautpflege zu intensivieren. Allergische Reaktionen sind selten. Pharmazeutischer Unternehmer: BODE Chemie GmbH, Melanchthonstraße 27, 22525 Hamburg.
(Stand: 09/2020)