Aufbereitung von Medizinprodukten

Wirksame Reinigung endoskopischer und minimalinvasiver Instrumente

02.03.2020

Infektionen nach endoskopischen und minimalinvasiven Eingriffen sind häufig auf eine unzureichende Desinfektion oder Reinigung der Instrumente vor deren Wiederverwendung zurückzuführen. Denn Präzisionsinstrumente wie flexible Endoskope und MIC-Instrumente mit ihrem feingliedrigen Aufbau und ihren englumigen Kanälen stellen eine besondere Herausforderung für die Aufbereitung dar. Kommen dabei beispielsweise nicht geeignete Reiniger zum Einsatz, kann organisches Material wie Blut, Fibrin oder Protein nur unzureichend entfernt und sogar fixiert werden. Jedoch sind anschließende Desinfektionsverfahren nur dann wirksam, wenn die Endoskopkanäle vollständig frei von organischen Verschmutzungen sind1.

Kein Einsatz PES-basierter Reiniger bei flexiblen Endoskopen

Die KRINKO und das BfArM weisen in ihrer Empfehlung auf die proteinfixierenden Eigenschaften von Peressigsäure (PES) sowie Glutaraldehyd hin und raten daher vom Einsatz dieser Wirkstoffe zur Vorreinigung und Reinigung flexibler Endoskope ab.1, 2 Entgegen dieser Empfehlung bieten allerdings einige Hersteller für den Reinigungsschritt Präparate auf PES-Basis an.

Eine Studie3 bestätigt die KRINKO-Empfehlung. Die Übersichtsarbeit wertete 243 Publikationen zur Eignung von PES für den Reinigungsschritt bei der Aufbereitung flexibler Endoskope aus. Ergebnis: Keine der gesichteten Studien zeigte, dass PES-basierte Reiniger ebenso wirksam sind wie herkömmlich tensid-basierte Formulierungen. Außerdem fixierten die Reiniger auf Basis von Peressigsäure nicht nur Proteine, sondern auch Nervengewebe, Biofilm und Blut.

Empfehlungen von KRINKO und BfArM

Um flexible Endoskope zu reinigen, empfehlen KRINKO und BfArM den Einsatz von oberflächenaktiven und nicht schäumenden Tensiden, enzymatischen Reinigern oder Lösungen, die zugleich reinigen und desinfizieren1.

Die selbsttätig reinigenden Lösungen auf Tensid- oder Tensid-Enzymbasis entfernen organische Verschmutzungen wie Bioflim, Fibrin und Schleim zuverlässig und materialschonend. Für die Reinigungsleistung entscheidend ist die spezielle Formulierung aus Tensiden, Enzymen und Komplexbildnern. So lösen Tenside Verschmutzungen. Enzyme spalten und zersetzen gezielt Proteinanteile und Komplexbildner verhindern die weitere Verhärtung von Verunreinigungen.

Hier gelangen Sie zum Experteninterview mit Prof. Dr. Heike Martiny zur sicheren Vorreinigung von Endoskopen.

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Quellen:
1Robert Koch-Institut. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. 2012. Bundesgesundheitsblatt. 55:1244–1310.
2Robert Koch-Institut. Kommentar zur Anlage 8 “Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums der Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“. Epidemiologisches Bulletin. 15. Juli 2013. Nr. 28.
3Kampf et al. Is peracetic acid suitable for the cleaning step of reprocessing flexible endoscopes? World J GastrointestEndosc. 2014. September 16; 6(9): 390-406.

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