Close-up of a healthcare professional wearing blue gloves performing a blood draw or intravenous procedure on a patient's arm.

Internationale Woche der Infektionsprävention 2026

Bewusste Handschuhnutzung in der Infektionsprävention

Die Internationale Woche der Infektionsprävention (IIPW) wurde von der Association for Professionals in Infection Control and Epidemiology (APIC) ins Leben gerufen [1]. Seit 30 Jahren findet sie jährlich in der dritten Oktoberwoche statt und lenkt die weltweite Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Infektionsprävention. Die Kampagne richtet sich sowohl an Fachkräfte im Gesundheitswesen als auch an die breite Öffentlichkeit, da jeder Einzelne zur Infektionsprävention beitragen kann. HARTMANN unterstützt die Kampagne erneut aktiv. Unter dem Motto „Bewusste Handschuhnutzung zur Infektionsprävention“ sensibilisieren wir dafür, dass medizinische Einweghandschuhe und Händehygiene wesentliche Bestandteile einer wirksamen Infektionsprävention sind. Entscheidend ist, Handschuhe entsprechend der Indikation und dem klinischen Bedarf zu verwenden und gleichzeitig die Händehygiene konsequent zu den richtigen Zeitpunkten durchzuführen.

Angemessener Handschuhgebrauch im Gesundheitswesen: Schutz für Patienten, Personal und Ressourcen

Medizinische Einmalhandschuhe sind ein fester Bestandteil des Gesundheitswesens. Sie tragen dazu bei, medizinisches Fachpersonal und Patienten vor potenziellen Krankheitserregern zu schützen, und zählen zu den grundlegenden Hygienemaßnahmen. Ihre Verwendung sollte stets auf einer konkreten Indikation und der jeweiligen klinischen Situation basieren. Eine Umfrage unter medizinischem Fachpersonal in chirurgischen Bereichen hat Faktoren zutage gefördert, die den Handschuhgebrauch in der täglichen Praxis beeinflussen. Dazu zählen lokale Verfahren, die Kultur am Arbeitsplatz und individuelle Gewohnheiten [2]. Ein klares Verständnis der Indikationen für den Handschuhgebrauch zu fördern, unterstützt eine wirksame Infektionsprävention und trägt dazu bei, dass medizinische Einweghandschuhe dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen für den Schutz von Patienten und medizinischem Fachpersonal bieten.

Handschuhe bieten Schutz – in Verbindung mit Händehygiene

Der angemessene Einsatz von Handschuhen ist jedoch nur ein Teil des Ganzen. Um einen optimalen Schutz für Patienten und medizinisches Fachpersonal zu gewährleisten, müssen sie in eine umfassendere Strategie zur Infektionsprävention eingebunden werden, die eine konsequente Händehygiene umfasst.

Handschuhe und ordnungsgemäße Händehygiene sind sich ergänzende Maßnahmen, die zusammenwirken, um sowohl Patienten als auch medizinisches Fachpersonal wirksam zu schützen. Da Handschuhe und Händehygiene unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Schutzfunktionen erfüllen, empfehlen Leitlinien, die Händehygiene vor und nach dem Tragen von Handschuhen durchzuführen, um einen umfassenden Schutz für beide Gruppen zu gewährleisten [3, 4]. Korrekte An- und Ausziehtechniken sowie eine ordnungsgemäße Entsorgung unterstützen die Infektionsprävention zusätzlich und tragen zur
Hand hygiene illustration with a question mark between a gloved and an ungloved hand.

Darüber hinaus können medizinische Einweghandschuhe bereits vor dem Anlegen aufgrund von Herstellungsfehlern fehlerhaft sein. Gemäß DIN EN 455 gilt bei einem akzeptablen Qualitätsniveau (AQL) von 1,5 und einer Stichprobengröße von 200 beispielsweise, dass maximal 3,5 % der Handschuhe fehlerhaft sein dürfen. Das bedeutet, dass bis zu sieben von 200 Handschuhen defekt sein können [6]. HARTMANN-Handschuhe weisen hingegen einen AQL von 1,0 auf. Dies stellt eine strengere Qualitätsanforderung als die geforderte Norm dar und verdeutlicht, dass der Qualitätsstandard umso höher ist, je niedriger der AQL ist [7]. Folglich sind sowohl hochwertige medizinische Handschuhe als auch eine konsequente Händedesinfektion grundlegende Elemente der Basishygiene. Werden sie gemeinsam und gemäß den Empfehlungen eingesetzt, bieten sie sich gegenseitig ergänzende Schutzebenen und tragen wesentlich zur Infektionsprävention bei.

Die richtige Indikation macht den Unterschied

Im Jahr 2009 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Broschüre, in der klare Indikationen für die Verwendung von Handschuhen definiert wurden. Gemäß dieser Leitlinie sind Handschuhe unter anderem beim Kontakt mit Blut oder Schleimhäuten, beim Einführen von Gefäßzugangsvorrichtungen und bei der Blutentnahme erforderlich. Gleichzeitig nennt die WHO Situationen, in denen die Verwendung von Handschuhen nicht angezeigt ist, beispielsweise bei subkutanen oder intramuskulären Injektionen, Blutdruckmessungen, beim An- und Ausziehen von Patienten oder beim Transport von Patienten. Diese klaren Leitlinien unterstützen medizinisches Fachpersonal dabei, für jede klinische Situation die geeigneten Schutzmaßnahmen auszuwählen und sicherzustellen, dass Handschuhe überall dort verwendet werden, wo sie angezeigt sind [8]. Da Einrichtungen des Gesundheitswesens zunehmend einen Ausgleich zwischen Patientensicherheit und Umweltverantwortung schaffen, können innovative Lösungen dazu beitragen, das Handschuhmanagement zu optimieren und gleichzeitig hohe Schutzstandards aufrechtzuerhalten. Das Spendersystem „Peha®-soft One“ von HARTMANN unterstützt die effiziente Handschuhausgabe und hilft Gesundheitseinrichtungen dabei, die Verfügbarkeit von Handschuhen am Behandlungsort sicherzustellen und gleichzeitig Fehlausgaben sowie vermeidbaren Abfall um 10 % zu reduzieren [9]. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass das spezielle Verpackungsdesign des Systems die Kontamination von unbenutzten Handschuhen und der Oberflächenbereiche der Verpackung rund um die Ausgabeöffnung verringert, was zu einer Reduzierung des Risikos einer handschuhbedingten Kreuzkontamination um 88,9 % führt [10].

Eine Analyse von Schuster et al. [11] enthält konkrete Empfehlungen zur ökologischen Nachhaltigkeit in der Anästhesiologie und Intensivmedizin. Diese Analyse kann ein wesentlicher Bestandteil eines umweltbewussten Hygienekonzepts in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sein [11].

Prüfen Sie die empfohlenen Indikationen zur Handschuhnutzung und nutzen Sie unser Poster als praktische Unterstützung im klinischen Alltag.

Poster view Handschuhe

Infektionsprävention ist immer auch Sepsisprävention

Die Basishygiene bestehet aus zahlreichen Einzelmaßnahmen; dazu gehören nicht nur die Händehygiene und die Handschuhnutzung, sondern unter anderem auch die Flächenhygiene und die Aufbereitung von Medizinprodukten. Jede korrekt umgesetzte Maßnahme trägt dazu bei, die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Infektionsprävention ist oft am wirksamsten, wenn Risiken gar nicht erst entstehen – wie es bei der Sepsisprävention der Fall ist. Viele Menschen verbinden Sepsis fälschlicherweise in erster Linie mit der Intensiv- oder Notfallversorgung. Tatsächlich beginnt die Sepsisprävention jedoch schon viel früher: Viele Infektionen – die oft durch konsequente Hygienemaßnahmen vermeidbar sind – können einen schweren Verlauf nehmen und sich zu einer Sepsis entwickeln [12, 13]. Durch die konsequente Anwendung empfohlener Maßnahmen zur Infektionsprävention tragen medizinische Fachkräfte dazu bei, Infektionsketten zu unterbrechen, und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Patientensicherheit. Der richtige Umgang mit medizinischen Einmalhandschuhen ist daher weit mehr als eine Routineaufgabe; es erfordert Fachwissen und trägt zusammen mit anderen Hygienemaßnahmen dazu bei, Infektionen zu verhindern und das Risiko schwerwiegender Komplikationen, einschließlich Sepsis, zu verringern.

Quellen

  1. https://infectionpreventionandyou.org/ (abgerufen am 4. August 2026)
  2. Batcup C et al. (2026) Exploring the overuse of non-sterile gloves in operating theatres: a cross-sectional survey and interview study. BMJ Open 16: e102835.
  3. Imhof R et al. (2021) Gloves use and possible barriers - an observational study with concluding questionnaire. GMS Hyg Infect Control 16: Doc08.
  4. Peters A et al. (2025) Quick and dirty: improper glove use increases infection risk and has global consequences. Antimicrob Resist Infect Control 14: 52.
  5. Munoz-Gutierrez KM et al. (2019) Floor and environmental contamination during glove disposal. J Hosp Infect 101: 347-353.
  6. DIN EN 455-1:2020-07. Medical gloves for single use - Part 1: Requirements and testing for freedom from holes; German version EN 455-1:2020.
  7. Peha®-skin: The new benchmark for safety and comfort of surgical gloves (abgerufen am 4. August 2026)
  8. World Health Organization (2009) Glove Use Information Leaflet (abgerufen am 4. August 2026)
  9. Polyco Healthline Limited, Lincolnshire (UK) (2025) “The Future of Glove Dispensing” Polyco Healthline. Online Resource. Available: https://www.polycohealthline.com/brands/safedon. (last Accessed 18.06.2026).
  10. Assadian O, Leaper DJ, Kramer A, Ousey KJ. Can the design of glove dispensing boxes influence glove contamination? J Hosp Infect. 2016 Nov;94(3):259-262. doi: 10.1016/j.jhin.2016.09.005. Epub 2016 Sep 15. PMID: 27773471.– 2. – 3.
  1. Schuster M et al. (2024) Anästh Intensivmed 65: 541–557. https://www.ai-online.info/images/ai-ausgabe/2024/11-2024/AI_11-2024_Sonderbeitrag_Schuster.pdf (abgerufen am 5. August 2026)
  2. https://www.sepsis.org/sepsis-basics/prevention/ (abgerufen am 4. August 2026)
  3. https://www.cdc.gov/sepsis/prevention/index.html (abgerufen am 4. August 2026)

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